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Energie- und umweltoptimierte Häuser im Bestand 

Sinnvolle Sanierung – Möglichkeiten für Hohenlohes Altbauten


1. Intro

 Mit diesem Ratgeber wollen wir jedem Interessierten einen Leitfaden zur Verfügung stellen, der Möglichkeiten aufzeigt, sein älteres Häuschen nicht mehr als Energie- und CO2-, sowie Kostenschleuder dastehen zu lassen. Der heutige Stand der Technik und die finanziell optimierten Rahmenbedingungen bieten eine solide Grundlage für den nachhaltigen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz.

 
2. Entwicklung

Das „verordnete“ Energiesparen hat zum ersten Mal bei uns Anfang der 70er Jahre Einzug gehalten. Der Grund: Verknappung des Rohstoffs Erdöl. Im Wohnungsbau hat sich dies in der 1. Wärmeschutzverordnung (WSVO) 1977 niedergeschlagen, welche die Wärmeverluste über die Hüllflächen eines Gebäudes (Transmissionswärmeverluste) begrenzte.

Der Heizenergiebedarf pro m² Wohnfläche und Jahr betrug vor 1977 zwischen 28 und 35 (!) Liter Heizöl, danach maximal 20 Liter. (Heute sind die Bedarfs- oder Verbrauchswerte meist in kWh angegeben, um eine Vergleichbarkeit auch anderer Primärenergieträger wie Gas, Kohle und Kernenergie zu haben). Dabei entspricht 1 Liter Heizöl ungefähr 10 kWh.

Die WSVO wurde mehrfach verbessert. Schließlich wurde die EnergieEinsparVerordnung (EnEV) 2002 eingeführt, die den Heizenergie-Kennwert auf 10 Liter bzw. 100 kwH/m²a begrenzte. (Ein kleines „a“ steht für „Jahr“). Stand der Technik ist, bzw. wird das Passivhaus werden: nur ca. 1,5 Liter/m²a !! Das Passivhaus-Konzept wird in Deutschland schon seit 1997 wissenschaftlich untersucht und technisch vorangetrieben. Inzwischen ist das Passivhaus ein gereiftes und faszinierendes, zukunftstaugliches Hauskonzept für den Neubau. Und Anstrengungen sind bereits unternommen, um dieses Konzept auch für den Bestand anwenden können.

Diese Verbrauchswerte bedeuten für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche:

1960:              42.000 kWh/a                       4.200 Liter Heizöl/a             11,76 to CO2/a

1977:              30.000 kWh/a                       3.000 Liter Heizöl/a               8,40 to CO2/a

2002:              15.000 kWh/a                       1.500 Liter Heizöl/a               4,20 to CO2/a

Passivhaus:     2.250 kWh/a                          225 Liter Heizöl/a                0,63 to CO2/a

Das zeigt uns: das 3-Liter-Auto ist zwar noch nicht wirklich akzeptierte Realität, aber das 3-Liter-Haus auch für bereits bestehende Bauten durchaus möglich und sinnvoll!

 

Angefangen hat es 1972 mit dem Bericht  an den Club of Rome u.a. über die Endlichkeit fossiler Ressourcen, bis zu den Konferenzen von Rio und Kyoto 1992 und 1997, die erstmals eine Reglementierung der anthropogen (also von Menschen verursachten) bedingten Klimagase bewirken konnten. Heute sind wir endlich so weit, Rahmenbedingungen erstellt zu haben, die die Gefahr eines von uns selbst verursachten rapiden Klimawandels zumindest minimieren können.

Positive Nebenwirkungen sind die zunehmende Energie-Unabhängigkeit (nicht an der Öl-Nadel zu hängen), und der daraus resultierende technologische Fortschritt. Außerdem werden Energiekosten auf Dauer für die jetzige und für nachfolgende Generationen günstiger und ehrlicher. Zudem gibt es wirtschaftliche positive Impulse und damit auch bessere Stimmung für den Arbeitsmarkt. Das hört sich gut an. Nun liegt es an uns: an´s Umsetzen in die Praxis. Effizienz und Köpfchen sind die wichtigen Schlagworte der heutigen Zeit.

 

3. Rahmenbedingungen

Deutschland hat das Kyoto-Protokoll ratifiziert, d.h. es werden Bestrebungen angestellt, um die Klimagase zu reduzieren. Mit den folgenden, wichtigsten  Instrumenten im Wohnungsbau wird dies umgesetzt. Übrigens: ca. 1/3 aller in der Bundesrepublik emittierten CO2-Gase fallen durch Haushalte an:

a.) Förderungen

wie z.B. über das ErneuerbareEnergienGesetz EEG die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen (Stromerzeugung), oder die Unterstützung zur solaren Brauchwassererwärmung (z.B. Duschwasser) für Solaranlagen. Auch werden nachwachsende Rohstoffe bezuschusst (Hanf, Flachs etc.) und z.B. Holzpellet-Öfen gefördert.

b.) zinsverbilligte Darlehen

für CO2-reduzierende Maßnahmen durch die KfW-Förderbank (Kreditanstalt für Wiederaufbau, gegründet nach 1945 für –nomen est omen- den Wiederaufbau nach dem Krieg, Träger ist der Staat Bundesrepublik Deutschland). Kredite können für Heizungserneuerung, Fensteraustausch, Außenfassadendämmung, Kellerdecken-dämmung, Dachdämmung im Wohnungssanierungsbereich in Anspruch genommen werden. Auch für KfW-Effizienz-, sowie Passivhäuser bei Neubauten gibt es zinsverbilligte Darlehen. Bei Erreichen des Niedrigenergiehaus-Standards im Bestand ist sogar ein Teilschulderlass drin. Hier ist ein mächtiger finanzieller Anreiz gegeben, um CO2 und Geld zu sparen. Der KfW-Kredit kann als Ergänzung zum „normalen Hausbankkredit“ gesehen werden. Dabei ist die Hausbank das kreditdurchleitende Institut, d.h. auch der KfW-Antrag wird bei der Hausbank beantragt.

c) Perspektiven

Wer heute einen Altbau erwirbt, oder umbauen möchte, hat die besten Möglichkeiten für einen nachhaltigen Umbau. Er kann sein Haus energetisch fit für die Gegenwart und die Zukunft machen. Dies hat für den Häuslesbesitzer 3 entscheidende positive Auswirkungen:

1. es sinken ganz erheblich die laufenden Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom, im Schnitt auf ca. ein Drittel der vorherigen Ausgaben und das über Jahre oder Jahrzehnte (Stichwort Altersvorsorge). Damit ist der Häuslesbesitzer

2. relativ unabhängig von den Energiemarkt-Eskapaden (siehe Erdölpreis-Entwicklung seit 1998, oder auch die jüngsten Erdgaspreiserhöhungen)

3.  Zudem ist er perfekt gerüstet, falls er sein Häusle wieder verkaufen möchte. Denn seit 01.01.2008 ist der Gebäude-Energiepass eingeführt. D.h., jedes Gebäude wird spätestens bei Veräußerung bezüglich seines gesamten Energie-Bedarfs bewertet und erhält einen Gebäudepass -vergleichbar mit dem KfZ-Schein bzw. TÜV-Siegel- der alle Schwachstellen aufzeigt. Es erfolgt eine Einstufung in eine festgelegte Energie-Effizienz-Klasse (ähnlich wie bei Kühlschränken). Je besser diese Einstufung ausfällt, desto höher ist der Multiplikator und damit der Wert des Hauses!

Abgesehen von den oben genannten wirtschaftlichen Aspekten zählt wahrscheinlich für sehr viele zusätzlich der gesteigerte Wohnwert mit dem angenehmeren Wohnklima sogar noch mehr. Denn dies ist der Gewinn für Körper und Seele.


4.) die förderfähigen Maßnahmen im Einzelnen

Die folgende Auflistung entspricht auch gleich einer möglichen, sinnvollen Reihenfolge bei einer Sanierung in mehreren Abschnitten:

1) Energiediagnose des bestehenden Gebäudes

2) Architektenleistungen für Planung, Baugesuch, Energiekonzept etc.

3) Dämmung der Kellerdecke (falls Keller unbeheizt)

4) Dämmung der obersten Geschossdecke bzw. Dachdämmung

5) Fenstererneuerung, evtl. Fenster zur Südseite vergrößern (anstatt Brüstung)

6) Dämmung der Außenfassade (wenn möglich, generell von außen)

7) Dämmung der erdberührten Außenbauteile (wenn Keller – teilweise - beheizt)

8) Heizungserneuerung

8a) Umstellung des Energieträgers auf Gas, Holzpellets oder Wärmepumpe,

    auch Geothermie und Wärmerückgewinnungsanlage.

    WICHTIG: ist hier erst als Pos.8 angeführt, kann natürlich auch früher erfolgen.

    Doch je besser das Haus gedämmt ist, desto kleiner und günstiger kann

    die Heizungsanlage ausfallen, logisch, oder?!

9) Installation einer Solarthermie-Anlage zur Brauchwasser- und Heizwasserwärmung

    (kann jederzeit installiert werden, sollte spätestens mit Heizungserneuerung

    gemacht werden)

10) Installation einer Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung


 
   
   
   
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